WANDERSCHUHE

Die besten Freunde unterwegs

Ein passender Wanderschuh ist die Basis für jede Outdoor-Aktivität.
Aber wie findet man den richtigen und passenden Wanderschuh?

von Ralf Stefan Beppler Fachjournalist (u.a. Wandermagazin)

Der Markt von Outdoor-Schuhen ist riesig. Es gibt Multifunktionsschuhe, Bergschuhe, Trekkingsandalen, Approachschuhe, Leichtwander- und Wanderschuhe, Trekkingschuhe, steigeisenfeste Schuhe, Barfußschuhe, Speed-Hiking-Schuhe und viele mehr. Dazu die unterschiedlichen Höhen von Low Cut über Mid Cut zum Stiefel. Wie soll man sich da zurechtfinden?

Auf der MEINDL-Seite findest du eine Schuhkategorisierung. Die hat, in weiser Voraussicht, Mitte der siebziger Jahre Alfons Meindl so entwickelt – und sie gilt heute noch. Auch andere Schuhmarken nutzen diese Unterteilung, wenngleich sie manchmal andere Namen dafür haben wie Travel, Trek Light, Hiking, Trekking, Alpin und Rock.

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Die Hauptunterschiede, je höher und komplizierter die Touren werden:

  1. Der Schaft wird höher und stabiler.
  2. Die Sohlenkonstruktionen werden steifer.
  3. Das Gewicht nimmt (meist) zu.

Ein klassischer Wanderschuh hat auf alle Fälle einen hohen Schaft für Knickschutz, eine feste Sohle, damit man nicht jedes Steinchen am Fuß spürt, und rollt im Fuß/Zehenbereich anatomisch ab. Der Wanderschuh fängt bei A/B an. Mit dem B-Schuh geht man sicherer, einen B/C-Wanderschuh benötigt man beim Tragen eines schweren Rucksackes.

LOW CUTS – FLACHE WANDERSCHUHE?

Viele Hersteller haben flache Schuhe im Sortiment und sagen, man könne sie auch zum Wandern, ja sogar in die Berge anziehen. Damit sind sogenannte Speed-Hiking- sowie Approach-Schuhe gemeint. Dahinter verbergen sich flache Schuhe mit einer festeren Sohle, bei Approach-Schuhen sogar mit Schutzrand gegen Geröll. Sie sind tatsächlich für sportliches Bergwandern und Zustiege zum Felsen gemacht, also eigentlich für Regionen, in denen man Knöchelschutz tragen sollte. Das geht trotzdem – vorausgesetzt, du hast eine trainierte Fußmuskulatur und Erfahrung im Gelände. Kurz: Als Wanderanfänger oder wenig geübter Wanderer und bei Touren mit viel Gepäck greifst du besser zum stabileren Schuh.

WIE WASSERDICHT MUSS EIN WANDERSCHUH SEIN?

Membranschuhe

Membranschuhe sind wasserdicht – zumindest, solange die Membran intakt ist. Das Problem: Die Zehen schieben vorne gegen die Membran und können diese durchstoßen. Das wird nicht getestet. Der Schrittsimulator testet nur den Knickbereich im Gelenk. Wasserdicht ist ein Vorteil, wenn es sehr nass ist oder kühle Temperaturen vorherrschen. Dann behältst du einen trockeneren Fuß als in einem Schuh ohne Membran. Nachteil eines Membranschuhs: Wenn einmal Nässe in den Schuh gelangt ist (Durchnässen, bei defekter Membran, Wasser von oben, Schweißfuß), trocknen sie langsam.

Lederschuhe

Die Alternative zum Membranschuh ist ein Lederschuh. Er benötigt regelmäßig Pflege. Mit einem guten Lederwachs kannst du deinen Schuh jedoch „gebrauchsdicht“ wachsen. Für Tagesaktivitäten ist das ausreichend. Bei mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Wanderungen solltest du unterwegs nachpflegen. Er ist dennoch nicht zu 100 % dicht, dafür trocknet er schneller. Bei einem guten Lederschuh wird häufig ein Weichrindlederfutter verwendet. Das ist angenehm und kann die Feuchtigkeit vom Fuß besser verarbeiten als eine Membran. Zudem hast du in einem Lederschuh ein besseres Fußklima. Auch bei trockener Kälte ist ein Lederschuh besser, weil die Feuchtigkeit besser aus dem Schuh gezogen wird und der Fuß so trockener und wärmer bleibt.

Tipps zum Schuhkauf

Einen Wanderschuhkauf solltest du nicht „übers Knie“ brechen, sondern du solltest die Beratungsangebote deines Sporthändlers nutzen und Schuhe aktiv ausprobieren. Ein guter Fachhändler hat eine Schuhteststrecke im Laden, auf der du bergauf, bergab simulieren und Bodenunebenheiten laufen kannst. Ideal wäre außerdem, wenn du dir den Eindruck des Schuhs bei einem zweiten „Termin“ bestätigst.

  • Gehe nicht vormittags zum Schuhkauf. Dein Fuß ist da noch ausgeruht. Ein „angestrengter“ Fuß wird etwas größer – und so ist es auch beim Wandern.

  • Bringe deine eigenen Wandersocken und eventuell notwendige Einlegesohlen mit. Dann ist alles abgestimmt.

  • Steige stehend in den Wanderschuh ein und binde ihn selbst mit Kraft von oben. Beides hilft, damit er richtig sitzt.

  • Probiere bewusst auch eine halbe Nummer größer und kleiner, um das richtige Gefühl zu bekommen.

  • Beim Wanderschuh gilt: Lieber eine halbe Nummer zu groß kaufen. Vorne müssen die Zehen viel Platz haben. Ob ein Wanderschuh zu groß ist, merkst du nicht vorne, sondern, weil du an der Ferse keinen Halt hast. Zu kleine Schuhe sind eine Qual.

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