Faszien - unterschätze Struktur
Gunda Slomka
Fitness / 26.07.2016

Nicht ohne meine Faszien: Gunda Slomka stellt ihr Trainingskonzept vor.

Gunda Slomka Sporttherapeutin, Fitnesstrainerin und Buchautorin
Faszien

Die Sporttherapeutin, Fitnesstrainerin und Buchautorin Gunda Slomka stellt ihr Trainingskonzept vor und erklärt, wie die Faszien systematisch gestärkt werden können.

Die Faszien – eine lange unterschätzte Struktur

Seit einigen Jahren widmen sich deutsche und internationale Forschungszentren diesem alles umhüllenden, Festigkeit und Bewegungsfreude schenkenden Fasernetzwerk.

Dabei lernen wir für die Praxis von der Anatomie und Architektur des Kollagens und der Zusammensetzung und Konsistenz der faszialen Matrix (Flüssigkeit im Zwischenzellraum).

Die Faszien brauchen mehr als „nur“ rollen!

Ableitend von der Zellbiologie und Physiologie brauchen Faszien unterschiedliche Arten von Bewegung - variantenreich, versorgend, dehnend und kräftigend.

Federnde Komponenten gewinnen im Trainingsprozess an Aufmerksamkeit. Achtsam, "spürsam" soll es sein, denn in den Faszien befinden sich mehr Nerven zur Wahrnehmung von Bewegung, als z.B. im Muskel selbst.

Säule 1

Versorgung ist alles – Ernährung über die fasziale Matrix!

Die Ernährung spielt im Umbauprozess der Faszien, deren Regeneration und Veränderung eine entscheidende Rolle.

Die Flüssigkeit der faszialen Matrix versorgt Nachbargewebe und ist ein Ort der Stoffwechselaktivität.

Die Qualität der Matrix ist wichtig für die Gesunderhaltung des Körpers. Sowohl das generelle Ernährungsverhalten als auch der Bewegungsalltag haben Einfluss darauf.

Expertin

"Springen wie ein Känguru? In meinem 5 Säulen-Trainingskonzept erfährst du, wie du damit deine Faszien stärken kannst."


Gunda Slomka
Sporttherapeutin, Fitnesstrainerin und Buchautorin

Säule 2

Fascial Stretch – das Kollagene Netzwerk

Mechanische Verformung der Fibroblasten stellen den Synthesereiz für die "Netzwerker" des faszialen Systems dar. So reagieren die Fibroblasten auf Dehnreize mit Kollagensynthese. Dehnreize können durch intensives Krafttraining gesetzt werden. Man geht von mehr als 65% der individuellen maximalen Kraft aus, die aufgewendet werden muss, damit der Muskel seinen Querschnitt so erweitert, dass dies als Dehnreiz von den Fibroblasten gewertet wird. So werden es meist die Dehnreize des Dehnungstrainings sein, die das Kollagen zur Neubildung anregen. Dabei kommt es nicht nur auf einen intensiven Dehnreiz an sich an, sondern ebenso auf die Zugvektoren, die Dehnrichtungen. Variantenreiches Dehnen, mit Zugrichtungen in alle Himmelsrichtungen, von Kopf bis zum Fuß versprechen ein junges, bewegungsfreudiges kollagenes Fasernetzwerk.

Säule 3

Die Renaissance des Schwingens und Federns

Sowohl Fascial Stretch als auch die Renaissance des Schwingens und Federns wirken auf das Struktureiweiß Kollagen, die faserigen Anteile des Bindegewebes. Die Trainingsreize beeinflussen die Qualität der Eiweiße in Bezug auf Ausrichtung, Wellenform und Gleitverhalten.

Qualitativ hochwertige Bindegewebsfasern halten hohen Zugkräften stand, erlauben große Bewegungsreichweiten aller Gelenke, sind elastisch, schenken Bewegungsfreude und Leichtigkeit in der Bewegung.

Laufen
Bewegung
Sport

Säule 4

Fascial Power – Kräfte ziehen ihre Bahnen

Die Kraftentwicklung eines isolierten Muskels hilft bei vielen Bewegungen des Alltags recht wenig. Selbst ein Aufstehen vom Sofa oder dem Bürostuhl erfordert ein koordinatives Zusammenspiel vieler Muskelgruppen. Die Reizweiterleitung erfolgt über Nervenzellen in den faszialen Gewebestrukturen. Neben dieser Kommunikationsvielfalt während der Kräfteverteilung lässt die Anzahl der Myofibroblasten (kontraktile Bindegewebszellen) und die Qualität des Kollagens Rückschlüsse auf die fasziale Gewebsspannung zur Unterstützung der Muskelkraft zu.

Säule 5

Wahrnehmen – Verfeinern – Entspannen – Kommunizieren: zu Hause im Körper

Sich verkörpern ist die Übersetzung des Fachterminus Embodiment. Sich spüren, wahrnehmen, Bewegungen verfeinern, Nervenzellen stimulieren. Diese Trainingssäule widmet sich dem sensorischen System im Körper, den Nervenzellen. Mehr als die Hälfte aller freien Nervenendigungen befi nden sich im Bindegewebe. Ein Grund, diesem Arbeitsbereich im Faszientraining besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

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