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DIE RICHTIGE WÄRME

Das 3-Lagen-Bekleidungssystem ist genial für Outdoor- Aktivitäten, weil es sich auf unterschiedlichste Bedingungen adaptieren lässt. Während die 1. und3. Lage wirklich nur eine Lage bilden, sollte man die 2. Lage, die Isolationsschicht, variabler halten. Auch auf Tour sind hier häufig drei unterschiedliche Isolationsdicke sinnvoll – je nach Temperatur und Aktivität.

Von Ralf Stefan Beppler

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Der Mensch ist ein gleichwarmes Lebewesen. 36,7 °C ist die ideale Körpertemperatur. Abweichungen von nur wenigen Graden nach oben oder unten haben bedenkliche Auswirkungen. Der Körper produziert deshalb bei Kälte Wärme und bei Hitze Schweiß, um den Körper zu kühlen. Beides kostet Energie, aber so schützt sich der Körper vor Unterkühlung (Hypothermie) oder Überhitzung (Hyperthermie). Mit Isolationskleidung kann man den Körper unterstützen.

Was die 2. Lage können sollte

Die 2. Lage ist die vielseitigste Lage im Zwiebelsystem. Ihre Aufgabe ist der Erhalt der Körperwärme. Die dazu notwendige Dicke kann sich schnell ändern. So reicht beim Aufstieg eine dünne Schicht, bei Wind oder bei Pausen braucht man dickere Lagen. Isolation wird über den Einschluss stehender Luft erreicht. Je feiner das Material verästelt ist, desto mehr Luft schließt es ein, ergo desto besser isoliert es. Feuchtigkeit spielt bei Outdoor-Aktivitäten eine wichtige Rolle. In der 2. Lage ist es Schweiß, der als Flüssigkeit oder Wasserdampf vom Körper kommt. Diese Nässe muss möglichst schnell an die 3. Lage weitergeben werden. Die etwas klamme 2. Lage muss (rück)trocknen und im Idealfall – wie der Eisbärenpelz – auch im nassen Zustand wärmen. Gute Isolationsfähigkeit auch bei Nässe, hohe Atmungsaktivität und schnelle Trocknungszeiten sind die wichtigsten Funktionen der zweiten Bekleidungslage. Das alles sollte möglichst leicht und klein zu verpacken sein.

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Grafik©Salomon

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Der Klassiker: Fleece

Fleece ist die klassische 2. Lage und wird überall eingesetzt. Heute kennt es jeder, dabei gibt es Fleece im heutigen Sinne erst seit 1981. Im Jahr 1999 wurde Fleece vom Time Magazin sogar als „eine der wichtigsten Innovationen des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Klassisches Fleece ist ein Frottee-Gestrick mit Umkehrplattierung und besonderer Veredelung. Die Schlingenoberflächen werden aufgeraut, aufgerissen und geschoren, der Grund dabei verdichtet. Es entsteht ein beidseitig feiner, gleichmäßiger, weicher Flor mit hoher Isolation.

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Das Naturmaterial: Wolle

So revolutionär Fleece auch ist, Wolle bleibt das wahre Wunder. Sie besteht aus Eiweißmolekülketten in Fasersträngen, sogenannten Fibrillen, mit einem äußeren Schuppengeflecht. Die Fibrillen geben natürliche Elastizität und die Schuppenstruktur sorgt für den selbstreinigenden Effekt der Wolle. Wolle ist innen stark hygroskopisch, d. h. sie zieht Wasserdampf an. Sie kann bis zu einem Drittel ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Gleichzeitig ist die Oberfläche der Wolle hydrophob (wasserabweisend) und lässt Wassertropfen abperlen. Im funktionellen Bereich wird mit Merino gearbeitet, weil diese unterhalb des „Kratzfaktors“ liegt und einen angenehmen Tragekomfort garantiert.

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Die Pflegeleichte: Bauschfasern

Dünne, thermogefütterte Jacken und Pullis lassen sich auch hervorragend als 2. Lage einsetzen. Füllfasern wie PrimaLoft®, THERMOLITE®, Polarguard 3D und andere synthetische Vliese sorgen für Wärme. Ein Vorteil gegenüber Fleece und Wolle: Sie sind winddicht durch das Außenmaterial. Außerdem sind sie atmungsaktiv, pflegeleicht und pillfrei. Auch lassen sie sich durch den glatten Außenstoff im Lagensystem integrieren, rutschen gut und erhalten die Beweglichkeit zwischen den Schichten. Mit lavalan® gibt es eine natürliche Bauschfaser (Vlies) aus Wolle.

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Die Extraportion Wärme: Daune

Früher waren Daunenjacken reine Außenjacken. Mittlerweile gibt es auch dünne Daunenjacken, die als 2. Lage getragen werden. Daunenjacken als 2. Lage haben das beste Gewichts-Isolations-Verhältnis, eignen sich also bestens bei sehr kalten Temperaturen. Nachteil: Daune bedarf mehr Pflege. Nasse Daune kann verklumpen und so ihre Isolationskraft verlieren. Die Alternative heißt „hydrophobe Daune“. Sie wird nässeabweisend behandelt, so dass die Daune fluffig und trocken bleibt, statt sich vollzusaugen und zu verklumpen.

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Noch funktioneller: Hybrids

Hybrid bedeutet laut Duden „gemischt, von zweierlei Herkunft, aus Verschiedenem zusammengesetzt; durch Kreuzung entstanden“. Für Textilien wird Hybrid als Mischung unterschiedlicher Materialien oder Verarbeitungen gesehen, die spezielle, eigenständige Funktionen haben. Das Ziel dabei: eine Lage im Lagensystem einzusparen.

1. Verbindungen unterschiedlicher Wasserdichte- und Atmungsaktivitätsgrade: Findet eher in der 2./3. Lage statt. Dabei werden hochatmungsaktive Materialien aus der 2. Lage an den Seiten, im Rückenbereich oder Frontbereich mit mehr Wetterschutz aus der 3. Lage – an der Kapuze und dem Schulterbereich – kombiniert.

2. Verbindung von unterschiedlichen Feuchtigkeitsmanagements- und Wärmegraden: Hier versucht man die 1. und die 2. Lage zu kombinieren, also eine Schicht zu haben, um Stellen, wo der Körper mehr Schweiß produziert, ein besseres Feuchtigkeitsmanagement zu geben und an Stellen, die mehr Wärme benötigen, mehr Isolation oder auch mehr Bewegungsfreiheit durch Stretchmaterialien zu ermöglichen. Das kann durch unterschiedliche Materialien passieren oder unterschiedliche Stricktechnologien.

3. Verbindung unterschiedlicher Komfort- und Robustheitsgrade: Die älteste Form der Hybrids. Robustere Schultern gegen Abrieb der Schulterträger oder verstärkte Knie und ein verstärktes Gesäß bei Hosen. Hybrids machen Produkte funktioneller und hochwertiger, aber häufig auch spezieller (in Funktion und Optik), so dass sie im Alltags-Crossover seltener Verwendung finden.

Bild © Devold, Grafik © Salomon

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